Hund Colin nach 7 Wochen Wanderschaft wieder bei seinen Besitzern!

von 8. Mai 2018Tiersucheinsatz

Ein neuer Fall aus dem SHZ Hessen zeigt wieder einmal eindrucksvoll, wie sich Geschick, Geduld und Ausdauer gepaart mit den richtigen Verhaltensregeln bei der Tiersuche am Ende auszahlen!

Colin, ein nur 8 Monate alter Mischlingsrüde aus Korfu, lebt seit 6 Wochen bei seiner neuen Familie, bleibt aber die gesamte Zeit über ängstlich, scheu und bis zum Tag seines Entlaufens nicht gewillt, sich von den Menschen um ihn herum anfassen und streicheln zu lassen. Ein fast schon typischer Fall eines aus dem Ausland nach Deutschland geretteten Tieres, bei dem es häufig zu ähnlichen Entlaufsituationen kommt. Bei einem Ausflug rund 30 km entfernt von Colins neuer Heimat dann der fatale Moment: der Karabinerhaken löst sich vom Halsband und der junge Hund entläuft in den Wald. Trotz sofortiger Verfolgung durch seine Besitzer und Locken mit Leckerlies keine Chance – Colin ist verschwunden, und das weit von seinem eigentlich neuen Zuhause entfernt!

In den darauffolgenden zwei Tagen kommt es mehrfach zu Sichtungen im Wald, danach pendelt der entlaufene, unkastrierte Rüde zwischen mehreren Ortschaften hin und her. Passanten sahen ihn immer wieder, aber nicht an einem festen, wiederkehrenden Ort, so dass keine feste Lokalisierung möglich war. Die Besitzer erfuhren erst nach einigen Tagen von der Tiersuchmöglichkeit über K-9®, ließen dann aber schnellstmöglich einen Kontakt herstellen, um sich genaue Verhaltensinstruktionen von Experten zu holen. In den kommenden Tagen wurden Flyer gedruckt, Sichtungen durch Fotos dokumentiert, Futterstellen eingerichtet und vieles mehr aus der täglichen Arbeit der K-9® Tiersuche. Im Laufe mehrerer Wochen konnte so immer besser herausgearbeitet werden, wo sich das vermisste Tier vermehrt aufhielt. Und die erste Idee stand natürlich sofort fest: Colin mit einer Futterstelle hier sesshaft werden lassen! Doch dieser Wunsch wurde schnell enttäuscht. Plötzlich sah man den Rüden ganze 5 Tage gar nicht mehr, und als Colin wieder auftauchte, war er offensichtlich verletzt und humpelte. Es musste also dringend eine Lösung her.

Durch seine Schwächung gewöhnte sich Colin mit der Zeit nun an eine bestimmte Ortschaft und den dort gelegenen Bauernhof. Nach Absprache mit K-9® und dem Besitzer fütterte der Landwirt ihn dort regelmäßig. Auch er erhielt vom SHZ genaue Verhaltensregeln, um das Tier keinesfalls durch Fehlverhalten zu verunsichern oder versehentlich zu verjagen. Colin kam nun jeden Tag in die Nähe des Bauernhofs, fasste Vertrauen, fraß täglich und lernte sogar andere Hunde kennen, mit denen er spielen konnte. Und es passierte etwas, das die Sicherung um ein Vielfaches erleichterte. Colin folgte diesen anderen Hunden am Abend nach Hause, da er sich in ihrer Gesellschaft wohl und sicher fühlte. Er konnte also gemeinsam mit den anderen Tieren in einem großen gesicherten Raum übernachten und war nun bereit, nach Hause geholt zu werden. Die Besitzer wurden informiert und Colin konnte friedlich in dieser sicheren Umgebung mit ihnen vereint werden. Eine Sicherung ganz ohne Lebendfalle und ein tolles Happy End nach ganzen 7 Wochen Wanderschaft!